Femen-Aktion: Ex-Rostockerin verhöhnt Dresdner Bombenopfer

Anne Helm dankt Bomber Harris

Deutschlandweites Kopfschütteln, irgendwo zwischen Fassungslosigkeit und Wut über diesen selten dummen Auftritt. Anne Helm, 1986 in Rostock geboren, stellte sich als „Femen-Aktivistin“ vor die Kameras und präsentierte den Spruch „Thanks Bomber Harris“.

Sie verhöhnte damit tausende getötete Männer, Frauen, Greise und Kinder. Elendig verbrannt in der Feuerhölle der Bombenangriffe auf Dresden im Februar 1945!

War es „Auffallen um jeden Preis“? Gut möglich, denn Anne Helm ist auch „Politikerin“ bei den Berliner Piraten. Für die sitzt sie im Neuköllner Bezirksparlament.

Wurde ihr „Protest-Bild“ zunächst noch stolz in den Social Communities, bei Femen, Twitter und ihrem Blog präsentiert, distanzieren sich nach und nach immer mehr Offizielle. Selbst Femen ruderte, nach anfänglich schwammigen Äußerungen, zurück und distanziert sich mittlerweile komplett von diesem wirren Auftritt.

Der sensible Umgang mit der Geschichte ist für Anne Helm offenbar nicht so wichtig. Das sie auch nur einigermaßen fundiertes Wissen über die grauenhaften Bombennächte von Dresden hat, darf man getrost bezweifeln. Die fragwürdigen Luftangriffe auf Dresden waren ohnehin jahrzehntelang der ‚Spielball‘ beim „Gezänk der Historiker“. Nur langsam sprechen mehr und mehr Historiker offen aus, was die Luftangriffe von Dresden im Februar 1945 waren: Ein Kriegsverbrechen und gewollter Terror gegen die Zivilbevölkerung.

Nach den erschreckenden Bildern war DAS selbst Winston Churchill klar, der in seinem Memorandum vom 28. März 1945 erklärte:

„Mir scheint, dass der Moment gekommen ist, das Bombardieren deutscher Städte nur um den Terror zu steigern, wenngleich andere Vorwände angeführt werden, überdacht werden sollte. Andernfalls werden wir ein völlig zerstörtes Land übernehmen … Die Zerstörung Dresdens stellt die Weiterführung alliierter Bombardierungen ernsthaft in Frage. … Der Außenminister hat mit mir über diese Angelegenheit gesprochen und ich sehe die Notwendigkeit sich genau auf militärische Ziele, wie Öl und Kommunikationslinien hinter den Kampfzonen zu konzentrieren … anstelle von bloßen Terrorakten und mutwilligen Zerstörungen, wie eindrucksvoll diese auch erscheinen mögen.“

In den Jahrzehnten nach dem Krieg wurde Dresden zum „Phoenix aus der Asche“. Dresden lebt und hat mit dem Wiederaufbau der Frauenkirche sein Mahnmal gegen den Krieg gefunden. Über den Gräbern der abertausenden Opfer in Städten wie Coventry und Dresden wurden Feinde zu Freunden. Weinende ehemalige Piloten der Royal Air Force standen in Dresden und baten um Vergebung, die Dresdner schlossen sie in ihr Herz. Gleiches passierte umgedreht in England. Junge Männer, die furchtbare Befehle ausgeführt haben – auf beiden Seiten. Männer die heute alles dafür tun, dass sich so etwas nicht wiederholt.

Und eben in dieses Bild sprang die barbusige Anne Helm und bedankte sich für die Luftangriffe auf Dresden.

femenDieses Bild verbreitete die Femen-Aktivistin im Internet. Beide Fotos: Femen

Ein dummer Ausrutscher einer jungen Frau?

Womöglich, nur müsste sie sich dann einigermaßen glaubhaft entschuldigen. Stattdessen dementierte sie, dass sie die abgebildete Frau ist. Im Berliner Kurier und auf Facebook wurden jedoch Bilder veröffentlicht auf denen die „Aktivistin“ und Anne Helm, exakt das gleiche Tattoo und ein gleiches Muttermal haben.

 

Oliver Döhring volontierte beim Süddeutschen Verlag, war akkreditierter Journalist am Deutschen Bundestag, arbeitet für mehr als zehn deutsche Radiostationen und kam im Juli 2013 als Editor-at-Large zum ROSTOCKER JOURNAL.

31 Comments

  1. Niels Lohmann

    18. Februar 2014 um 16:03

    Ich bin etwas irritiert: Ihr geht bereits im Aufhänger davon aus, dass es sich um Anne Helm handelt – nur um im sie letzten Absatz zu zitieren, dass es sich auf den Fotos nicht um sie handelt? Na was denn nun?

    • Mike

      18. Februar 2014 um 16:30

      Was gibt’s daran nicht zu verstehen??? Anne Helm IST die Person rechts auf dem Foto, sie selbst streitet es aber ab.

      Dummerweise rennt sie immer mit dem gleichen Gürtel rum, ebenfalls gibt’s ein ähnliches (offizielles) „Nacktfoto“ von ihr im Internet.

      • Niels Lohmann

        18. Februar 2014 um 19:47

        Das sind ja überzeugende Indizien. Nicht.

        • Mike

          18. Februar 2014 um 22:10

          Indizien? Es gibt BEWEISE dafür!

          – identischer Gürtel
          – Narbe unter linker Brust
          – Tattoo <3 auf linken Unterarm

          Googel einfach selbst… ich will hier keine URLs reinstellen.

          • Niels Lohmann

            18. Februar 2014 um 23:23

            Ich bin überrascht, mit welcher Akribie Sie über die Kleidung, Tätowierungen und nicht zuletzt die Brüste von Frau Helm informiert sind!

          • Mike

            18. Februar 2014 um 23:32

            @Niels Lohmann:

            Die Fotos sind nunmal eindeutig. Sie brauchen mir keinen Fetisch andichten, anscheinend finden sie die ganze Sache ja nach wie vor „lustig“ und Fräulein Helm keineswegs daran beteiligt…

          • Rostocker

            18. Februar 2014 um 23:45

            Herr Lohmann, sie als Pirat sind in dieser Angelegenheit doch sowieso „befangen“! 😉

          • Niels Lohmann

            19. Februar 2014 um 14:32

            @Mike Wie schön, dass du entscheidest, was „eindeutig“ ist.

            @Rostocker Ich bin kein Mitglied der Piratenpartei.

          • Mike

            19. Februar 2014 um 21:19

            @Niels Lohmann:

            Wenn das für dich nicht „eindeutig“ ist, dann weiß ich auch nicht mehr weiter! 😉 Das sind mir die liebsten Leute: Alles hinterfragen, obwohl die Fakten knallhart auf dem Tisch liegen. Entweder isses Taktik, oder fehlende Logik. Egal.

            PS: Der MVP-Vorsitzende der Piraten heißt übrigens auch „Niels Lohmann“ und sieht deinem Avatar ziemlich ähnlich 😉

          • Niels Lohmann

            21. Februar 2014 um 11:21

            Sind die Fakten, dass ich Vorsitzender Mecklenburg-Vorpommerns sei, auch so eindeutig?

  2. Honki

    18. Februar 2014 um 17:19

    In diesem Artikel fehlt aber, wie die ganze Geschichte aufgedeckt wurde. Und das ist ein wesentlicher Bestandteil. Guckst du http://www.berliner-kurier.de

  3. Rostocker

    18. Februar 2014 um 23:43

    Wieso steht die Dame nicht einfach zu ihren Taten?

    Wenn man schon solche Aktionen durchführt, in der Öffentlichkeit bekannt ist, aber gleichzeitig ziemlich amateurhaft/nachlässig vorgeht, dann sollte man anschließlich nicht einfach alles abstreiten. Das wirkt doch nur umso peinlicher!

  4. Tilo

    19. Februar 2014 um 05:13

    Die Piratin Helm findet also Massenmorde gut. Dann wähl ich die Piraten natürlich NICHT.

  5. Pierronne la Bretonne

    19. Februar 2014 um 10:47

    Liebe deutsche Schwestern u. Brüder,
    Im Geiste verbunden mit Sophie Scholl, bin ich als Christ u. Franzose, entsetzt, empört u. zum tiefsten verletzt, über ein solches unsagbares Verhalten. Die Luftangriffe auf Dresden, bleiben für immer ein Kriegsverbrechen! Femen ist mit dieser widerlichen Aktion, in Verruf gekommen. Bin ein Mann, unterschreibe aber symbolisch, Pierronne la Bretonne.

  6. unfähigkeitzutrauern

    19. Februar 2014 um 15:54

    Völlig gleichgültig, auf welche Art die Vernichtung Dresdens von Leuten wie Anne Helm verherrlicht wird, solange die Vernichtung Dresdens von offizieller Site zu einem Kollateralschaden mit maximal 25.000 Toten verharmlost wird, wäre es besser, über die Vernichtung Dresdens gänzlich zu schweigen.

    Warum die Opferzahlen zehnfach höher gewesen sind:
    – Eine Bombe pro Kopf:
    Bei ca. 600.000 Einwohnern + (vorsichtig geschätzt) 100.000 Flüchtlingen wurden über Dresden 650.000 Spreng- oder Brandbomben abgeworfen, das bedeutet annähernd eine Bombe pro Kopf. Die Bomben verursachten einen Feuersturm, wie wir ihn von großen Waldbränden kennen. Ein Feuer, dass 80% Dresdens erreichte und nur 20% der Häuser unbeschädigt ließ. Ein Feuer, unter dem der Asphalt kochte und selbst Glas zum schmelzen brachte, das heißt, ein Feuer von mindestens 1000 Grad. Ein Feuer, das die Luftsauerstoff verbrauchte und zum Erstickungstod führte, auch da, wo kein Rauch zu bemerken war.
    Und doch haben laut aktuellem Forschungsstand 97% der Dresdner dieses Inferno überlebt. Glauben Sie das? Glauben Sie das wirklich?

    -Pforzheim zum Vergleich:
    Die kleine Industriestadt Pforzheim (ca. 60.000 Einwohner) verlor einer Bombennacht offiziell anerkannt 17.000 Menschen. Berücksichtigt man, dass es für die Pforzheimer viel leichter war, aus dem bebauten Stadtgebiet heraus in die umgebende Natur zu flüchten, als für die Dresdner, hätten es in Pforzheim relativ weniger Bombentote geben dürfen, anstatt, wie behauptet, fast 10 mal mehr.

    – Wem hätten übertrieben hohe Opferzahlen genützt?
    Die offiziellen Opferzahlen stammten von der Dresdner Polizei und lauteten (in etwa) wie folgt: 20.000 sicher identifiziert, 20.000 fraglich identifiziert, 160.000 nicht identifiziert oder nicht mehr zu identifizieren. Diese Bilanz wurde 5 Tage nach dem Inferno bekannt gegeben, da waren die Verletzten, die später verstarben, noch nicht dabei. Vergleichen wir kurz mit den Bomben-Opfern von Pforzheim: 17.000 von 60:000 macht 28%. 200.000 von 750.000 macht 27%.
    Doch nun zu meiner obigen Frage: Warum hätte die Polizei als deutsche Behörde die Zahlen künstlich nach oben setzen sollen, während immer noch Durchhalteparolen ausgegeben wurden und die Regierung immer noch nicht bereit war, zu kapitulieren? Und warum nannten auch die Engländer die die gleichen hohen Opferzahlen? Die Vernichtung Dresdens war schon vor ihrer Durchführung bei den Alliierten strategisch und völkerrechtlich hoch umstritten und von seiner eigenen Regierung wurde Bomber Harris auch keine Ehrung zu Teil.

    Wie gesagt, wenn es unseren Offiziellen zu schwer fällt, zu begreifen, dass es auch unter den Nazi-Deutschen Täter und Opfer zugleich gegeben hat, dann sollten sie über Dresden besser schweigen, als Leuten wie Anne Helm eine Bühne zu bieten.

    • Someone

      19. Februar 2014 um 16:19

      „So brachten sie [NS-Behörden] sechsstellige Opferzahlen in Umlauf, auf die sich Rechtsextremisten und Geschichtsrevisionisten bis heute berufen.“ – http://de.wikipedia.org/wiki/Luftangriffe_auf_Dresden#Forschung_zu_Opferzahlen

      • Tilo

        19. Februar 2014 um 20:52

        Bolschewikipedia ist bei kritischen geschichtlichen Fragen verlogen und linksradikal.

    • Bombenopfer

      25. Februar 2014 um 11:55

      vielen Dank für deinen Kommentar – du hast mir als Betroffenen, der die Bombennacht in Dresden – als Flüchtling – überlebt hat, aus der Seele gesprochen. Keiner, der diesen Holocaust nicht erlebt hat, kann auch nur annähernd erfassen, was damals geschehen ist.
      zu Anne Helm nur dies: „denn sie wissen nicht, was sie tun“

  7. Pingback: #Bombergate | Otlas Blog

  8. Gast

    19. Februar 2014 um 21:21

    Die Frau Anne Helm ist einfach krank im Kopf.

  9. bomberdomme

    21. Februar 2014 um 08:46

    Überhaupt von deutschen Zivilisten zu sprechen stellt doch schon eine Verharmlosung dar. Sie wollten den totalen Krieg und sie haben ihn bekommen. Die Bomben der damaligen Zeit waren nun mal ungenau. Eine Chirurgische Kriegführung war nicht möglich. Die deutsche Industrie war am Ende des Krieges zu einem Großteil noch intakt. Deswegen konnte schon lächerliche 10 Jahre später und mit Hilfe von amerikanischen Devisen das deutsche Wirtschaftswunder einsetzen. Nicht durch deutschen Fleiß. Darüber hinaus wurde vieles was zu dieser deutschen Industrie gehörte durch Zwangsarbeiter aufgebaut. So profitierten die Deutschen auch nach dem Krieg noch von ihren Verbrechen.
    Es war das moral-bombing was den Deutschen das Rückrat brach und der Nazi Maschinerie ein Ende setzte. Zwar lösten die Bombardements keine Aufstände aus wie vom Oberkommando der Alliierten erhofft aber es war sicherlich Teil davon das die Deutschen 1945 die Schnauze voll hatten und sich nicht als Werwolf-Widerstand organisierten. Eigentlich können die Deutschen darüber noch froh sein, denn was sonst gefolgt währe sollte durch die Namen der Städte Hiroshima und Nagasaki klar sein.
    Die deutschen haben Sturm gesät und Wind geerntet.

    Danke Sir Arthur Travers Harris.

    • Tilo

      21. Februar 2014 um 22:51

      Da stimmt ja nix, Bomberdumme. Ihr verhetzten Gutmenschen tut mir leid, vollgesogen mit antideutscher Propaganda bejubeln sie Massenmorde und Massenmörder.

    • Tilo

      23. Februar 2014 um 08:24

      Das westdeutsche Wirtschaftswunder hat also nichts mit deutschem Fleiß zu tun? Die VW-Käfer haben sich von selbst gebaut? Oder haben die „Devisen“, gemeint sind wohl US-Dollar, die Autos gebaut?; also die kleinen George Washingtons sind aus den Dollarscheinen gehüpft und haben die Autos zusammengeschraubt? Linke sind nicht politisch, sondern total verrückt!!!

  10. Asentreu

    21. Februar 2014 um 11:03

    So, wie Dein Kommentar.
    Ganz davon ab, daß wohl kaum in der Innenstadt Dresdens eine Munitionsfabrik gestanden haben dürfte…
    So eine Meinung ist widerlich (vor allem, wenn man sich mal die Wahlergebnisse vor Machtergreifung der Nazis anscheut).
    Nach Deiner Meinung sind also alle ehemaligen Ossis auch nur SED-Kader und jeder Afghane ein potentieller Talibankämpfer!?

    Danke, Herr Bomberdomme für den Nachweis (gut-)menschlicher „Logik“

  11. Pingback: Piratin Anne Helm entschuldigt sich für "Bomber Harris"-Aktion | ROSTOCKER JOURNAL

  12. Frank Boeckmann

    1. März 2014 um 15:56

    Erst lügen, abstreiten, dann verschleidern, dann kleinlaut einräumen, als es nicht mehr zu widerlegen war aber jedoch keineswegs den Fehler, der Volksverhetzung war einsehen, sondern sogar noch nachtreten und somit die Opfer ein WEITERES Mal verhöhnen ! Und ich als Verwandter von betroffenen Familien muss zustimmen es war eher eine sechsstellige Zahl, habe soeben noch einmal recherchiert und meinen Onkel gefragt, jener war in jenen Jahren in Dresden. Das krasseste ist jedoch, dass dieses unreife dumme Gör jetzt wohl auch noch gerade weitermachen will, als wäre nichts geschehen und von anderen linksradikalem Antifa-Gesocks wohl auch noch geschützt wird, anstatt geradezustehen. Aber Schuld sind ja IMMER nur die anderen, in dem Falle die CDU und die SPD Neukölln. Selten solch eine verlogene heuchlerische Person erlebt.

  13. Joachim drescher

    31. März 2014 um 14:34

    Diese Frau ist das anspucken nicht Wert. Genau wie dieses ganze antifa Gesocks.

  14. Torben Clames

    19. Mai 2014 um 23:07

    Sie dankt jemandem, der gegen Nazi-Deutschland gekämpft hat. Die Nazis waren die Täter! Aber die Neo-Nazis verkehren diese Sicht und stellen Nazi-Deutschland als Opfer dar. Genau wie die meisten Leute hier auch. Tja, Leute, Anne hat eins geschafft: Ihr habt euch mit eurer einseitigen Betrachtung alle als Neo-Nazis geoutet. Vor allem die, die von „Antifa-Gesocks“ reden.

    • Joachim drescher

      19. August 2014 um 17:57

      Na klar alle die diese aktion verurteilen gleich als nazis betiteln typisch antifa Logik. Alles deutsche ist bei euch Nazi und diese Haltung verachte ich ganz einfach. Mein Land ist die BRD und nicht das dritte reich. Nur um das mal klar zustellen

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