Lange totale Mondfinsternis

ROSTOCK. Es wird einer der spektakulärsten Mondaufgänge überhaupt. Um 21.23 Uhr wird er bei uns total verfinstert und blutrot über dem südöstlichen Horizont stehen. Eine Stunde vorher, 20.23 Uhr, ist er in den Kernschatten der Erde eingetreten. Alle Fakten zur Beobachtung der totalen Mondfinsternis − eine der längsten überhaupt.

Ein eindrucksvolles Himmelsschauspiel wird sich heute Abend ereignen. Der Mond taucht in den Erdschatten ein und wird dann blutrot am Himmel stehen. Um 20.23 Uhr beginnt die totale Mondfinsternis, die mit 100 Minuten eine der längsten überhaupt ist. Sie entsteht, wenn sich die Erde zwischen Sonne und Mond schiebt, was wegen der Umlaufbahnen von Erde und Mond zwar regelmäßig passiert – doch zu einer Verfinsterung kommt es nur selten. Dann nämlich fällt von der Sonne erzeugte Schatten der Erde direkt auf die Mondoberfläche und er wird dunkel. Dazu müssen Position und Abstand genau stimmen.

Doch warum erscheint der Mond nicht schwarz sondern rot? Weil das Sonnenlicht von der Erdatmosphäre gebrochen wird. Und zwar so, dass der langwellige Rotanteil wird bis zum Mond gestreut wird – die blauen und grünen Anteile sind dafür zu schwach. Auch wenn das Schauspiel selten und sehr eindrucksvoll ist − Einfluss auf unser Schicksal hat er keinesfalls.

Wir haben alle Fakten zusammengetragen:

Um 19.24 Uhr tritt der Mond in den Halbschatten der Erde ein. Das ist jedoch kaum sichtbar. Interessanter wird’s knapp eine Stunde später, um 20.23 Uhr erreicht nämlich der Kernschattenrand die Mondoberfläche. Von nun an wird er sich verdunkeln.

Achtung! Erst um 21.23 Uhr geht der Mond in unseren Breiten auf, erst dann wird auch die Finsternis auf ihrem Höhepunkt zu sehen sein. Der Mond ist dann vollkommen verfinstert am südöstlichen Horizont in einem blutroten Licht getaucht. Das wird wohl einer der spekakulärsten Mondaufgänge.

Ab 23.03 Uhr tritt der Mond wieder aus dem Kernschatten aus und hat ihn um kurz nach Mitternacht (0.03 Uhr) komplett verlassen.

Voraussetzung für eine erfolgreiche Beobachtung ist gutes Wetter und damit ein klarer Abendhimmel. Dominik Jung von »Wetter.net« berichtet: »Der Himmel über Norddeutschland ist heute Abend und in der Nacht zum Donnerstag wechselnd bewölkt. Es bleibt trocken. Ab und zu lockern die Wolken auch mal längere Zeit auf und geben die Sicht auf den Mond frei. Insgesamt sind die Chancen einen Blick auf die Mondfinsternis zu werfen recht gut.«

Maik Thomaß von »HRO-Wetter.de« sagt für Mecklenburg-Vorpommern voraus: »Mittwoch zeigt sich die Sonne von einem wechselnd wolkigen Himmel. Es bleibt trocken.«

Alle Daten im Überblick

Mondaufgang: 21.23 Uhr
Eintritt des Mondes in den Halbschatten: 19.24 Uhr
Eintritt des Mondes in den Kernschatten: 20.23 Uhr
Beginn der Totalität: 21.23 Uhr
Mitte der Finsternis: 22.13 Uhr
Ende der Totalität: 23.03 Uhr
Austritt des Mondes aus dem Kernschatten: 0.03 Uhr
Austritt des Mondes aus dem Halbschatten: 1.03 Uhr

Datenquelle: Astronomie.de

Matthias Bannert ist Gründer und Herausgeber vom ROSTOCKER JOURNAL. Er lebt und arbeitet inzwischen in Berlin, wo er an weiteren Medienprojekten arbeitet.

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