Mecklenburg-Vorpommern entwickelt sich zum Global Player – in Sachen Cannabis-Anbau!

Eine von der Polizei entdeckte Hanftplantage in einer Rostocker Kleingartenanlage. Foto: Polizei

Derzeit boomt die Wirtschaft in Mecklenburg-Vorpommern auf einem Gebiet, das weder die Bewohner noch die Ordnungshüter unseres Bundeslandes erfreut. Denn letztere haben in zunehmendem Maße mit illegalen Hanf-Plantagen zu kämpfen.

Allein 2013 wurden 21 versteckte Plantagen entdeckt, in den Jahren 2011 und 2012 waren es „nur“ 13 bzw. 16, die Funde in den Jahren davor waren an einer Hand abzuzählen. Die Zahl steigt und die Suche nach den Ursachen für den rasanten Zuwachs beginnt.

HANF-BOOM AN DER KÜSTE!

Unter anderem wird der Anstieg mit den stärkeren Kontrollen in den Niederlanden, die bisher der zentrale Ort des Hanfanbaus waren, in Zusammenhang gebracht. Seit 2000 geht man dort energisch gegen den illegalen Anbau von Cannabis vor, sodass viele Produzenten teilweise nach Deutschland ausweichen. Gerade Mecklenburg-Vorpommern bietet mit vielen leerstehenden Lagerhallen, Scheunen, Kasernen oder auch Wohnhäusern die idealen Bedingungen, um eine Hanf-Plantage möglichst abgeschottet von der Öffentlichkeit zu betreiben.

Dazu werden die Anlagen teils sehr kostenintensiv und mit einem hohen technischen Aufwand umgerüstet, um größtmögliche Erträge zu erzielen. Denn nicht nur die Anzahl der Plantagen wächst, auch deren Größe und Professionalität hat über die Jahre zugenommen. So befanden sich die gefundenen Cannabis-Pflanzen zum Teil in unterschiedlichen Entwicklungsphasen, was darauf hindeutet, dass hier mehrmals im Jahr, wenn nicht sogar permanent, Ernteerträge möglich sind.

Ein lukratives Geschäft, das einen Gewinn in Millionenhöhe verspricht!

Die Polizei warnt jedoch vor solch hochgezüchtetem Marihuana, das im Vergleich zum natürlichen Freilandanbau, eine höhere und schwer einschätzbare Konzentration an Wirkstoffen besitzt und damit auch die Risiken, die der Genuss der Pflanzenblüten mit sich bringen kann, erhöht.

Die größten Anbau-Betriebe entdeckten Fahnder im Frühjahr 2013 bei Sternberg und in Löckwitz, aber auch im Landkreis Rostock konnte im Juli letzten Jahres eine kleinere Plantage ausgehoben werden. Die Anzahl der durchgeführten Kontrollen und Durchsuchungen reicht bei weitem nicht aus, um die vermutete Dunkelziffer an weiteren Plantagen aufzufinden. Angewiesen ist man dabei vor allem auch auf Hinweise aus der Bevölkerung. Denn nicht selten werden leerstehende Häuser oder unbenutzte Keller als Anbaufläche genutzt.

Die Professionalisierung bringt auch eine Gefahr für die Anwohner mit sich. Zum einen durch den Einsatz von Chemikalien und Gasen zur Beschleunigung des Pflanzenwachstums, zum anderen durch das rechtswidrige Abzweigen von Strom oder die Verwendung riesiger Stromaggregate, um den aufkommenden Energiebedarf zu decken.

Ansätze, um den illegalen Marihuana Anbau in den Griff zu bekommen, bieten derzeit Uruguay oder der US-Staat Colorado an, die unlängst Cannabis vollständig legalisiert haben. Durch kontrollierten Anbau und Verkauf soll dem organisierten Marihuana-Handel der Boden entzogen werden. Auch in Europa und besonders in Deutschland hat das nun eine neue Debatte um die Legalisierung der Pflanze angeregt.

Alan Bancroft arbeitete bei verschiedenen Boulevardzeitungen bis er im Juli 2013 zum ROSTOCKER JOURNAL wechselte. Seine Themen: Politik, Kriminalgeschichten, Investigatives – und ab und zu unterhaltsame Storys.

16 Comments

  1. Benicio

    4. März 2014 um 18:01

    Es liegt eindeutig im öffentlichen Interesse, dass der Handel mit Cannabis staatlich reguliert wird. Die Gefahren der durch das Verbot entstandene Schwarzmarkt schafft sind wesentlich höher als das gesundheitliche Risiko das bei Cannabis entsteht.
    Die Kosten zur Strafverfolgung sind enorm.
    Mafiöse Strukturen würde eine Einnahmequelle entzogen.
    Menschen die Cannabis konsumieren könnten erreicht und bei bedarf behandelt werden und wären keine Kriminellen mehr.
    Steuer könnten (wie bei Glücksspiel, Alkohol oder Zigaretten) erhoben werden und der Gemeinschaft zu Gute kommen.

  2. Joseph

    5. März 2014 um 00:38

    Kann mich meinem Vorredner nur anschließen ein Legaler Cannabis Anbau könnte der Region zu einem echten wirtschaftlichen Aufschwung führen, Arbeitsplätze Schaffen und wenn es Offiziell und kontrolliert stattfindet dann gibts auch keine Mafiösen Strukturen.

    Und ganz ehrlich Jugendschutz gibt es auf dem derzeitigen Illegalen Markt nicht – zumindest hat mich mit 16 nie ein Dealer nach dem Ausweis gefragt.

    Und geschadet hats mir auch nicht jetzt bin ich fast 30 und Geschäftsführer, soviel dazu.

  3. claudia

    5. März 2014 um 08:43

    Wann begreifen die Deutschen endlich, dass eine Legalisierung schon längst hätte seien müssen!!
    Man ihr müsst euch richtig über Cannabis informieren. Seriöse Quellen und keine Bild…
    Ich kiffe seit 3 Jahren und habe nie Probleme damit gehabt. Außer dass ich immer wieder Angst habe gepackt zu werden, wenn ich von Holland zurück fahre…

    • Patrick

      28. März 2014 um 22:58

      Genau meiner Meinung. Jedes mal die selbe scheiße stehen die grünen an der grenze hab ich schiss um mein grünes… Legalisiert Cannabis endlich!

  4. Pingback: Anonymous

  5. LonerStoner

    6. März 2014 um 19:21

    Kann mich da auch nur anschliessen.
    Man hört die Politiker, insbesondere die CDU/CSU immer von einer gefährlichen Droge reden. Aber man bekommt nie eine richtige Antwort darauf was an Cannabis so gefährlich ist. Bei der Äußerung es wäre eine Einstiegsdroge muss ich immer wieder lachen, denn warum kommen denn jugendliche überhaupt zu all den anderen Drogen die wirklichen Schaden anrichten? Ganz einfach weil die Dealer dir natürlich lieber teures Koks unterjubeln wollen als Marihuana das 10€ pro Gramm kostet.
    Und ganz davon abgesehen, wissen wir doch alle welche Genuss/Rauschmittel die waren Einstiegsdrogen sind: Alkohol und Zigaretten. Denn ich kenne keinen einzigen Kiffer der vor seinem ernsten Joint nicht schon Alkohol konsumiert hat. Und die meisten Kiffer sind meist auch Raucher.
    Auch finde ich es absolut nicht in Ordnung das eine Person die sich Abends ab und an ihren Dübel gönnt eventuell den Führerschein entzogen bekommt weil sie Cannabis raucht. Aber jemand der sturzbesoffen Auto fährt der bekommt oft nur eine Geldstrafe.
    Die Politiker haben keine wirkliche Ahnung von Cannabis sonst würden sie sich nicht so anstellen und jede Aussage verweigern wenn man sie darauf anspricht. Einfach mal auf Stur schalten wie kleine Kinder.

  6. Bert

    22. März 2014 um 19:57

    „Die Polizei warnt jedoch vor solch hochgezüchtetem Marihuana, das im Vergleich zum natürlichen Freilandanbau, eine höhere und schwer einschätzbare Konzentration an Wirkstoffen besitzt und damit auch die Risiken, die der Genuss der Pflanzenblüten mit sich bringen kann, erhöht.“

    Da sieht man mal, wie wenig Ahnung die Polizei hat. Die höchsten THC-Werte überhaupt wurden in Pflanzen draußen in der Natur gemessen, kommen jedoch nur vereinzelt vor – folglich ist der Gehalt an Wirkstoffen dort schwerer einzuschätzen. In kommerziellen Indoor-Plantagen wird mit Mutterpflanzen gearbeitet, in derartigen Monokulturen sind die Pflanzenblüten viel konsistenter.

  7. Bert

    22. März 2014 um 20:04

    „Die Professionalisierung bringt auch eine Gefahr für die Anwohner mit sich. Zum einen durch den Einsatz von Chemikalien und Gasen zur Beschleunigung des Pflanzenwachstums, zum anderen durch das rechtswidrige Abzweigen von Strom oder die Verwendung riesiger Stromaggregate, um den aufkommenden Energiebedarf zu decken.“

    Dann erlaubt doch den privaten Anbau zu Hause auf Erde.

  8. funkmaster

    30. März 2014 um 14:05

    „Die Polizei warnt jedoch vor solch hochgezüchtetem Marihuana, das im Vergleich zum natürlichen Freilandanbau, eine höhere und schwer einschätzbare Konzentration an Wirkstoffen besitzt und damit auch die Risiken, die der Genuss der Pflanzenblüten mit sich bringen kann, erhöht.“
    lächerlich.

  9. Harry Hanf

    30. März 2014 um 15:08

    „Die Professionalisierung bringt auch eine Gefahr für die Anwohner mit sich. Zum einen durch den Einsatz von Chemikalien und Gasen zur Beschleunigung des Pflanzenwachstums, zum anderen durch das rechtswidrige Abzweigen von Strom oder die Verwendung riesiger Stromaggregate, um den aufkommenden Energiebedarf zu decken.“
    Sehr interessant… Die oftmals biologischen Dünger, die in meist geschlossenen Räumen, eingesetzt werden sollen also schädlich für die Bevölkerung sein? Aber die genmanipulierten Pflanzen von der Firma mansanto, die ausschließlich mit der chemiekeule behandelt werden, sollen dank des freihandelsabkommens mit den USA überall angebaut werden dürfen. Merkt ihr selbst, wie schwachsinnig das ist, oder?

    • Käptain Hanf

      30. März 2014 um 22:37

      Ja, die Regierenden verarschen uns ….

  10. matash@t-online.de

    30. März 2014 um 16:06

    Danke!

    Der ganze Artikel ist sowas von lächerlich.

    „Zum einen durch den Einsatz von Chemikalien und Gasen zur Beschleunigung des Pflanzenwachstums, zum anderen durch das rechtswidrige Abzweigen von Strom “

    Ahja…

    Sry, aber der Redakteur der das geschrieben hat sollte nochmal zur Schule gehen bzw. sich mal wirklich ausgiebig mit dem Thema befassen.

    Beim Grasanbau werden keine Chemikalien benutzt.
    Und wieviel Strom ich letztendlich im Jahr verbrauche sollte auch jedem egal sein solange ich es wie jeder andere auch bezahle.

    Desweiteren ist das achso hochgezüchtete Gras immer noch besser wie der Alkohol.

    Aber wir Leben ja auch in einem Land wo das Internet Neuland ist und unsere Regierung sowie die Medien korrupt. Wie soll man da auch einen vernünftigen Artikel erwarten können.

    @Rostockerjournal: Euer Blatt wird nie wieder gelesen. Unwarten/ Halbwahrheiten!

    Und bitte, bildet euch!

    Was zum lesem:
    http://hanfverband.de/

    und wer dazu nicht fähig ist liebe Redaktion, gibts auch noch genug Videomaterial:
    http://www.youtube.com/watch?v=6ImAcjth0g4

  11. Pingback: CLEAR Daily News 30th March 2014

  12. aXXL

    30. März 2014 um 20:24

    Also das Bild spiegelt für Meck Pomm schon mal jede Menge „Globalität“.
    Jetzt möchte ich nur noch wissen, ob man eine Anpflanzung von einigen wenigen Salatköpfen im Garten auch „Plantage“ nennen darf/soll/muss/kann.

  13. J. Schiemang

    31. März 2014 um 11:40

    Zitat: Die Polizei warnt jedoch vor solch hochgezüchtetem Marihuana, das im Vergleich zum natürlichen Freilandanbau, eine höhere und schwer einschätzbare Konzentration an Wirkstoffen besitzt und damit auch die Risiken, die der Genuss der Pflanzenblüten mit sich bringen kann, erhöht.

    Man merkt: Keine Ahnung vom Thema, davon dann aber viel.

    Die Polizei hält Konsumenten für zu dumm Bier von Schnaps voneinander zu unterscheiden.

    Warum Indoorhanf per se so unglaublich viel THC-haltiger als Outdoorhanf sein soll entzieht sich ebenfalls der Kenntnis. Ich erwarte zwar von einem Polizeibeamten keine tieferen Kenntnisse in Gartenbau oder Hanfgenetik, aber wenn ich keine Ahnung vom Thema habe bin ich still….

  14. Hanfab18

    31. März 2014 um 16:07

    Die Polizei warnt jedoch vor solch hochgezüchtetem Marihuana, das im Vergleich zum natürlichen Freilandanbau, eine höhere und schwer einschätzbare Konzentration an Wirkstoffen besitzt und damit auch die Risiken, die der Genuss der Pflanzenblüten mit sich bringen kann, erhöht.

    Hier werden wieder einmal folgen des Verbots als Rechtfertigung desselben benutzt…

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