Stadtwerke drehen Teldafax den Saft ab

Es kam, wie es kommen musste: Weil der Energiehändler Teldafax seine Rechnungen für den Netzzugang bei den Stadtwerken Rostock nicht bezahlt hat, drehen diese dem Konzern nun den Saft ab. 750 Stromkunden sind betroffen. Teldafax machte zuvor Schlagzeilen mit finanziellen Problemen.

Thomas Scheider, Sprecher der Stadtwerke Rostock, erklärte heute: »Teldafax hat seine Rechnungen für den Netzzugang bei den Stadtwerken nicht bezahlt. Daraufhin wurde ihm fristgerecht zum 30. April 2011 der Netzzugang gekündigt.«

Davon sind 750 Strom- und 550 Gaskunden im Rostocker Raum betroffen. Doch bei denen werden die Lichter nicht einfach ausgehen. Sie sollen via Grundversorgung weiter mit Strom und Gas beliefert werden. »Wir werden uns mit ihnen in der kommenden Woche in Verbindung setzen.«

Im Oktober 2010 berichtete das »Handelsblatt«, dass Teldafax überschuldet sei. Das Unternehmen finanziere sich laut der Wirtschaftszeitung wie ein Schneeballsystem aus Neukunden, mit deren Vorauszahlungen Strom eingekauft werde, der dann mit Verlusten weiterverkauft werde. Das Unternehmen stritt diese Vorwürfe jedoch ab. Am 28. März dieses Jahres gibt Teldafax in einer Mitteilung jedoch Liquiditäts-Probleme zu, die durch den Einstieg der zypriotischen Prime Mark Financial Group beseitigt wurden.

Update: 29. April 2011

In einer Stellungnahme sagt Dr. Hans-Gerd Höptner, Vorstandschef der Teldafax-Holding: »Mit den Ergänzungen beziehungsweise Neu-Besetzungen im Vorstand und Aufsichtsrat ist es uns gelungen, ein Kapitel aus der Vergangenheit von Teldafax komplett zu beenden.« 

Zu der Sperre des Netzzugangs sagt Höptner: »Wir haben hier Probleme geerbt, die sich das Unternehmen über die Jahre beispielsweise durch schleppende Zahlungen selbst geschaffen hat. Dies gilt es jetzt schrittweise zu lösen.«

Aus einigen Regionen will sich Teldafax außerdem sogar zurückziehen. Höptner: »Wir prüfen derzeit jedes Gebiet auf seine Profitabilität für uns.«

Kontakt:

• Kundenzentrum im Haus der Stadtwerke, Kröpeliner Straße 32
• Telefon 0381-8052000
• Internet: www.swrag.de

Matthias Bannert ist Gründer und Herausgeber vom ROSTOCKER JOURNAL. Er lebt und arbeitet inzwischen in Berlin, wo er an weiteren Medienprojekten arbeitet.

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