Back in Black: Die Broilers im Interview

Die Broilers bei ihrer „Noir“-Tour in Hamburg. Foto: JESSIKA WOLLSTEIN

Am 7. Februar war das Warten für Broilers Fans endlich vorbei: „NOIR“ heiߟt ihr neues Album und verspricht schon jetzt, ein weiterer Megaerfolg der Düsseldorfer zu werden. Mit dem 2011 erschienen Album „Santa Muerte“ tat die Punkrockband einen großen Schritt. Es landete schlagartig auf Platz 3 der deutschen Charts und erreichte vor kurzem sogar Goldstatus.

Spätestens mit „NOIR“ haben die Broilers jetzt den Schritt zu einer massentauglichen Band geschafft, ohne dabei die eigene Note einzubüߟen. Die Tournee, die erstmalig groߟe Hallen füllen soll, ist schon jetzt in manchen Städten restlos ausverkauft.

Zu diesen Themen haben wir mit Andreas „Andi“ Brügge, Drummer und Gründungsmitglied der Broilers, gesprochen.

ROSTOCKER JOURNAL: Nach drei Jahren Pause wieder ein Album. Ist das immer noch aufregend oder inzwischen zur Routine geworden?

Andi: Sowohl als auch. Man weiߟ zwar immer schon, worauf man achten muss und wie man die Sache richtig angeht, aber natürlich ist es nach drei Jahren im Keller immer noch spannend, wie ein neues Album ankommt.

Bis auf zwischen den ersten zwei Alben liegen zwischen den Veröffentlichungen immer drei Jahre. Ist das Zufall oder braucht ihr diese Schaffenspause?

Das ist tatsächlich reiner Zufall, wir nehmen uns die Zeit die nötig ist. Eigentlich sollte es dieses Mal schneller gehen, aber es soll ja schließlich auch was gutes dabei rauskommen.

Warum heißt die neue Platte „NOIR“ und welche Botschaft steckt hinter dem Album?

Der Name an sich war schon so gut wie von Anfang an da. Wir haben meist direkt nach einem Album schon erste Ideen für den nächsten Titel. „Noir“ deswegen, weil dieses Album etwas schwerfällig und düster ist. Man hätte es natürlich auch einfach „schwarz“ nennen können, aber es muss sich ja auch gut anhören. Auߟerdem sind wir keine Freunde von deutschen Titeln.

„Santa Muerte“ war für 20 Wochen auf Platz drei der deutschen Albumcharts. Da habt ihr ordentlich vorgelegt, steht ihr dadurch sehr unter Druck?

Den Druck machen wir uns selber, aber nicht wegen den Charts oder irgendeiner anderen Statistik, sondern weil wir selbst sehr hohe musikalische Anforderungen an uns haben. Die Chartplatzierung war natürlich super, aber wir messen uns nicht daran.

Sind die Broilers sich trotz ihres enormen Erfolges der letzten Jahre selbst treu geblieben?

Ich denke schon. Verändert haben wir uns, natürlich, aber das ist ja normal. Sich treu bleiben ist für uns weniger immer gleich zu bleiben, sondern ein Album zu produzieren, dass uns entspricht. Wenn wir uns verändern, ändert sich auch die Musik. Alles andere wäre falsch. Mit Mitte 30 sind wir jetzt natürlich reifer als früher, demnach auch unser Sound. Besonders inspiriert hat uns in letzter Zeit Bruce Springsteen, ich denke das hört man auch.

Ist „NOIR“ massenkompatibler als eure musikalischen Anfänge?

Natürlich, wir waren ja damals ganz andere Menschen, tief verwurzelt in der Punk- und Skinheadszene und haben deswegen auch pingelig darauf geachtet, dem treu zu sein und nicht passend zu dem was grade angesagt ist.

Welche Verbindung habt ihr zu Rostock und eurer Supportband Feine Sahne Fischfilet?

Rostock, klar, das Meer. Im Norden fühlen wir uns einfach wohl. Die lustigste und prägendste Erinnerung an Rostock ist, dass uns bei der letzten Tour das Kennzeichen vom Tourbus geklaut wurde. Feine Sahne Fischfilet haben wir auf einem Festival kennengelernt. Wir haben uns sofort verstanden. Das sind gute Jungs mit guter Musik und der richtigen Message. Was will man mehr?

Wo siehst du die Broilers in 10 Jahren?

Keine Ahnung, das ist uns jetzt grade auch nicht wichtig. Wir sind in erster Linie Freunde und das wollen wir auch immer bleiben, ob mit oder ohne Musik. Und solange wir das nicht vergessen ist es auch egal, ob wir vor 20.000 oder 100 Leuten spielen.

 

Am 30. August spielen die Broilers im IGA-Park. Einlass ab 18.30. Tickets sind hier erhältlich: www.broilers.de

Kevin Dusch begann seine Laufbahn als Journalist beim ROSTOCKER JOURNAL und arbeitete inzwischen bereits für verschiedene Tageszeitungen. Ehrenamtlich engagierte er sich bei Konferenzzeitung vom „Baltic Model United Nations“.

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