Der heimliche Wechsel auf dem Thron der Newsportale in Mecklenburg-Vorpommern

Zwar war das Onlineportal der „Schweriner Volkszeitung“ (SVZ) die erste Online-Ausgabe einer deutschen Tageszeitung (Launch: 5. Mai 1995), doch hinter der Web-Version der „Ostsee-Zeitung“ (OZ) blieb sie in den letzten Jahren deutlich zurück. Ihre einstige Marktführerschaft hat SVZ.de nun plötzlich wiedererlangt. Fast unbemerkt schoss der Zeitungsverlag Schwerin (offiziell: Medienhaus Nord) auf Platz eins des IVW-Rankings der Online-Newsportale aus Mecklenburg-Vorpommern.

Im Juni erreichte der gemeinsame Auftritt von SVZ.de, NNN.de und prignitzer.de 810.056 Visits, die ostsee-zeitung.de hingegen nur 682.899 Visits. Der dritte im Bunde, der Auftritt von nordkurier.de mit seinen Beiboten uckermarkkurier.de (übrigens schon im Relaunch) & Co. kommt auf 448.645 Visits.

Interessant ist der Vergleich zum Vormonat Mai. Da lag der Zeitungsverlag Schwerin bei nur 682.753, während ostsee-zeitung.de mit 875.060 klarer Marktführer war. Nun haben sich sowohl die Positionen als auch die Zahlen ziemlich exakt umgekehrt. Es sieht auf den ersten Blick aus, als seien die Online-Leser von der OZ zur SVZ/NNN gewechselt.

Die OZ verliert 192.161 Visits, die SVZ-Gruppe gewinnt 127.875 dazu. Der Nordkurier bleibt mit einem Verlust von -1,8 Prozent fast unverändert.

vergleich-newsportale

Wie kam es dazu?

Grund dafür könnte der Relaunch und die damit gestartete Paywall von ostsee-zeitung.de gewesen sein, die im Juni an den Start ging. Seit dem sind viele der Artikel nur noch mit einem gültigen Abo zu lesen. Als die OZ früher schon eine Paywall hatte, war die SVZ-Gruppe klarer Marktführer.

Ein weiterer Grund könnte die Hochwasserkatastrophe sein, die vielen Regionalmedien in den betroffenen Gebieten Klick-Rekorde (teils ca. 150 % Plus) gebracht haben. Die Schweriner Volkszeitung und Der Prignitzer haben ihr Verbreitungsgebiet in den von der Flut betroffenen Gebieten in Mecklenburg-Vorpommern und Nord-Brandenburg.

Aufschluss darüber dürften die IVW geprüften Zahlen im Juli geben. Dann ist auch klar, wer auch künftig die Online-Newsmarkt in Mecklenburg-Vorpommern anführt.

Alan Bancroft arbeitete bei verschiedenen Boulevardzeitungen bis er im Juli 2013 zum ROSTOCKER JOURNAL wechselte. Seine Themen: Politik, Kriminalgeschichten, Investigatives – und ab und zu unterhaltsame Storys.

3 Comments

  1. Malte

    22. Juli 2013 um 17:11

    Wundert mich eigentlich nicht. Nach dem Relaunch des OZ-Portals bekommt man fast nur noch Schlagzeilen zu lesen. Alle weiterführenden Texte fordern dann ein Abo-Login.
    Eigentlich war die OZ immer meine erste Adresse für regionale Informationen, aber deckungsgleich mit dem IVW Ranking ist auch meine Besuchsfrequenz dort abgestürzt.
    Aber vielleicht werdet Ihr ja jetzt meine Seite 1 für Rostock Infos 😉

  2. Pingback: Der heimliche Wechsel auf dem Thron der Newsportale in Mecklenburg <b>…</b> » hminge News - der Nachrichten Blog

  3. kosmar

    14. Januar 2014 um 20:46

    mich würde ein aktuelles update interessieren. woher stammen die abrufzahlen? thx.

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